Heitor Villa-Lobos

Juli 6, 2009 by boozejuice

So langsam wird’s was mit dem Gesammtwerk für Gitarre solo von Heitor Villa-Lobos, das ich bis zu seinem Todestag am 17. November spielen können will. Die Etüden sind natürlich nicht leicht, vor allem die zweite und dritte werden problematisch, aber es geht voran. Choros No. 1 war nicht so schwer, die Preludien brauchen nur noch an wenigen Stellen einen Feinschliff, die Suite Populaire Bresilienne entwickelt sich prächtig, und die Etüden 1, 6 und 8 kann ich auch bereits auswendig. Als nächstes kommen die Nummern 4, 5 und 7. Mal sehen. Ich merke jetzt schon, dass mir auch andere ältere Stücke leichter von der hand gehen, auch schnellere Läufe und der Ton ist schöner, die Fingernägel stabiler.

Tragischer Weise kennen nur die Wenigsten diesen genialen Komponisten. Vielleicht leiste ich durch diese Aktion einen kleinen Beitrag dazu, dass sich das ändert…

Villa-Lobos-Jahr

Juni 15, 2009 by boozejuice

Warum fällt sowas eigentlich nur mir auf? Und warum erst jetzt? Zugegeben, ich habe die letzten Wochen damit zugebracht, die Suite Populaire Bresilienne von Villa-Lobos zu üben, was ich seit gestern abend als vollstädig bezeichne. Absolut flüssig läuft es noch nicht, aber die Stücke sind alle im Kasten (in meinem kastenförmigen Kopf), sodass ich mich jetzt ans Finishing, wie es neuhochdeutsch heißt, machen kann.

Jetzt, wo Heitor Villa-Lobos seit 50 Jahren tot ist, genau genommen am 17. November, habe ich natürlich noch mehr lust, sein geniales Werk zu spielen. Die fünf Preludien kann ich ja schon, da bleiben eigentlich nur noch die anderen Choros übrig, und natürlich die 12 Etüden. Oh mann, die sind wirklich sauschwer….

Jugendliche Obsession

Juni 4, 2009 by boozejuice

Eines der produktivsten Gefühle, und im späteren Leben leider immer seltener, ist doch die jugendliche Obsession. Manche Männer entwickeln sowas nochmal später und kaufen sich alte Autos, Motorräder, verklagen Nachbarn oder entwickeln einen religiösen Wahn. In meinem Fall – ich bin ja noch nicht so alt – ist es die Musik. Seit zwei Wochen über ich wieder fleißig klassische Gitarre, wie ich es während und nach meinem abgebrochenen Musikstudium nicht mehr erlebt hatte. Ich hoffe, es wird ein paar Jahre anhalten, damit ich mein Spiel endlich mal wieder weiterentwickeln kann.

Mit dem Schottich-Choro aus der Suite Populaire Bresilienne von Heitor Villa-Lobos gegann es, und der Rest des Werkes ist auch schon in Arbeit. Einen Teil aus dem ersten der fünf Stücke spiele ich lustigerweise schon seit über 15 Jahren. Ich liebe Musik von Villa-Lobos und anderen südamerikanischen Gitarrenkomponisten wie Antonio Lauro, Baden Powell, Augustin Barrios u.a.

Sowas will ich spielen. Die Mozart-Variationen von Fernando Sor hatte ich vor zwei Wochen auch aus der Bücherei mitgenommen. Würde gut zu den Händel-Variationen -von Mauro Giulliani – passen, die ich bei der letzten kurzen Obsession vor drei Jahren einstudiert habe. Leider dauerte sie nur ein paar Wochen. Das Stück kann ich natürlich bis heute auswendig. Bin halt ein Auswendigspieler (die andere Sorte Musiker sind die guten Vom-Blatt-Spieler, zu denen ich leider nicht gehöre).

Wenn es so weitergeht wie ich es mir wünsche, gibt es hier vielleicht bald Youtube-Videos von mir zu sehen.

Hoch lebe die gute, wahre und schöne Kunst der Musik.

Wenn Autos drucken könnten….

Juni 1, 2009 by boozejuice

Herzlichen Glückwunsch!

Sie haben beim weltweiten Wettbewerb, den schlechtesten Drucker anzubieten, knapp aber erfolgreich den 2. Platz erreicht.

Sicher Sie fragen sich, wie Sie zu der Ehre dieses renomierten Negativpreises kommen. Hier die begründung der Jury:

1. Originaltinte von Epson für den Stylus D92 kostet im Epson Onlineshop 1620 Euro pro Liter für die Schwarztinte, 2180 Euro für die Farbige. Nur so zum Vergleich: Das übersteigt den aktuellen Preis für Feinsilber um das 3-5-fache.

2. Alle 20 bis 30 Seiten muss irgend eine der vier Tintenpatronen gewechselt werden. Ob die entsprechende Tinte wirklich leer ist, lässt sich nicht überprüfen, da das Gerät einfach aufhört zu drucken. Ist dies der Fall, muss man die dazugehörige Epson-Software starten, und sich durch die animierte Tintenpatronenwechselanleitung klicken, damit der Druckkopf samt Patronen in die dafür vorgesehene Position fährt.

3. Die Epson-Software funktioniert nur unter Windows. Wer auf seinem Computer ein anderes Betriebssystem installiert hat, muss sich einen zweiten Rechner daneben stellen, der nur eingeschaltet werden muss, wenn mal wieder eine der großzügig befüllten Epson-Patronen leer ist. Dabei sei angemerkt, dass die schwarze Patrone 7,4 ml, die farbigen je 5,5 ml beinhalten.

4. Die Epson-Software funktioniert auch nicht unter Windows: installiert man das komplette Software-Paket, wie es in der Installation empfohlen wird, muss man einige der Programme wieder entfernen, da man sonst den Computer nicht mehr bedienen kann. Bei jedem Druckvorgang erscheint dann die Tintenstandsanzeige, und lässt sich nicht mehr wegdrücken. Auch nicht, wenn der Druckvorgang lange beendet ist. Schlimmer noch, das Tintenstandsfenster drängt sich hartnäckig in den Vordergrund, sodass man nicht einmal über das Startmenü den Rechner herunterfahren kann. Man kann dank der Epson-Software den Computer nur noch mit Gewalt ausschalten.

5. Wenn die Epson-Patrone unter Zuhilfenahme des extra dafür bereitgestellten Rechners dann gewechselt ist, wird die gewechselte Farbe erstmal für 1 bis 2 Tagen gar nicht gedruckt, dann streifig, und irgendwann weniger streifig. Der einzige Ausweg ist, sämtliche Wartungsoperationen (Druckkopfreinigung, Düsenausrichtung) ein-, oder mehrfach auszuführen, was zu einer Reduzierung der Tinte in allen Patronen um 10 bis 15% führt. Der Wechselvorgang dauert durch die Umstände, die einem die Epson-Software und die Wartungsarbeiten bereiten, mindestens eine halbe Stunde, wenn es gut läuft, und man nicht noch eine Zweite Patrone wechseln muss.

6. Nach dem Wechsel einer Patrone und den ganzen Nacharbeiten ist das Ergebnis immer noch schlecht, aber wenigstens erkennbar. Der einzige fehlerfreie Druck gelingt mit reinem schwarzem Text, dafür jedoch benötigt man keinen Tintenstrahldrucker.

Fazit: Der Epson Stylus D92 ist ein durch und durch kundenfeindliches Produkt. Teuer im Unterhalt, unzuverlässig, von schlechter Qualität, schadhaft auch über die Grenzen seines Daseins hinaus und für seinen Bestimmungszweck gänzlich ungeeignet. Stellen Sie sich bitte vor, der Epson Stylus D92 wäre ein Auto. Es kostet mit 15.000 Euro ungefähr so viel wie eine Tankfüllung, weil er speziellen Sprit für 300 €/L benötigt. Stellen Sie sich weiterhin vor, Sie fahren mit diesem Auto irgendwo hin, aber jedes mal, wenn Sie angekommen sind, lässt sich die Tür nicht mehr öffnen. Sie müssen die Tür jedes mal aufbrechen oder vom Schlüsseldienst öffnen lassen. Und jedes mal, wenn Sie tanken, muss ein Mechaniker zur Inspektion kommen, weil der Wagen sonst eine Woche lang nicht fährt. Darüber hinaus müssten Sie für das Auto auch noch einen Chauffeur einstellen. Wären Sie gerne Kunde bei einem Hersteller, der Ihnen ein solches Auto verkauft hat? Nein?

Ich auch nicht.

Sie glauben, Sie haben den ersten Preis verdient? Nun ja, einen schlechteren Drucker als den Epson Stylus D92 kenne ich persönlich auch nicht, aber ich glaube fest daran, dass es ein noch mieseres Produkt gibt als dieses. Vielleicht ja auch von Epson….

Mit freundlichen Grüßen,

Peter

Ein neues Stop-Schild…

April 18, 2009 by boozejuice

ulla

Sehr geehrter Herr Mixa

April 12, 2009 by boozejuice

Ich kenne Sie nicht persönlich, und Sie mich nicht. Sicher sind Sie ein gläubiger und guter Katholik und ich ein ebenso guter Atheist. Weder ich noch Sie neigen dazu, Menschen zu töten, oder sonstwie Gräultaten zu begehen. Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass ich, trotz meines Nicht-Glaubens an Gottheiten, nicht zu kriminellen Handlungen neige. Die Geschichte hat meines Erachtens eher das Gegenteil gezeigt, nämlich, dass im Gegensatz zu Ihrer Auffassung, eher organisierte religiöse Gruppen, wie ehemals die katholische Kirche, dazu neigt, Andersdenkende zu verfolgen, zu schänden, zu foltern und zu ermorden. Damit hat eher Ihre Institution etwas mit Nationalsozialisten und Kommunisten gemeinsam, als ich, der ich Atheist bin. Atheisten haben nicht als organisierte Gruppe vermeindliche Ketzer und Hexen gefoltert und auf Scheiterhaufen verbrannt. Ich will keineswegs die Taten der Nazis und Kommunisten relativieren, aber Atheismus als Grund sehe ich wirklich nicht. Vielmehr ist es die Gier nach Macht, die auch Ihre Kirche auf diese Weise versucht hat durchzusetzen, und heute glücklicherweise überwunden hat.

Hochachtungsvoll,

Also meine Krise ist das nicht….

März 29, 2009 by boozejuice

Autos kaufen keine Autos. Dieser kluge Satz von Henry Ford scheint gerade jetzt, in der angeblichen weltweiten Rezession erstmals von der breiten Öffentlichkeit verstanden zu werden. Und was unternimmt die Staatsverwaltung? Abwrackprämie! Zunächst für Autos, bald vielleicht für Fahrräder, oder gar für Kaffeemaschinen…. Ich kann das alles nicht verstehen. Im nächsten Jahr wird der Automarkt die verspätete Krise abkriegen, weil dann schon alle ein neues Auto haben. Vielleicht baut dann Opel wieder Nähmaschinen, über deren Absatzeinbruch die sich beschweren können, vielleicht gibt’s ja dann eine Abwrackprämie dafür…

Wie wäre es mit einer Abwrackprämie für entlassene Mitarbeiter? Was? Die gibt’s schon seit langem an der Börse? Ach ja, da war doch was. Ackermann und die Milliarden, die Rendite, die Entlassungswelle. Stimmt, das gibt es ja schon. Schade. Das wäre doch eine super Idee für die FDP gewesen. Ach es gibt so vieles, das man abwracken könnte.

energieineffziente Haushaltsgeräte
alte Computer
Windows-Betriebssysteme
die Bundes- und Landesregierung
die Bundesagentur für Arbeit
Studiengebühren
Rundfunkgebühren
Vorfälligkeitsentschädingung für Banken

Was das alles Zufriedenheit stiften würde in der breiten Öffentlichkeit. Ich meine, Gebühren zahlen schließlich auch keine Gebühren, die GEZ zahlt nicht an die GEZ, Windows kauft keine Windows (wobei ich mir da nicht so ganz sicher bin).

Vor meinem geistigen Auge erscheint soeben ein Wahlplakat mit dem narbigen Gesicht von Guido Westerwelle, auf dem steht: “So sieht die Abwrackprämie für Angela Merkel aus”

Na dann, gute Nacht.

Pastorenfamilien

März 20, 2009 by boozejuice

Neue Herausforderungen wurden mir zugetragen. Offenbar hat es sich in den evangelischen Kirchen in meiner Umgebung herumgesprochen, dass ich etwas von Musik verstehe, und so wurde ich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, für ein kurzfristiges Projekt einen Chor zu leiten. Na gut, ich habe sowas noch nie zuvor gemacht, und kann auch kein Klavier spielen. Für zwei einfache Lieder wird die Gitarre reichen, und wenn’s die Pastorenfamilie glücklich macht….
Am Mittwoch war dann die erste Probe, ich habe zu diesem Zweck “Go down Moses” und “Amazing Grace” für vierstimmigen Chor arrangiert und kopiert. Doch sofort zu Anfang kam eine Frau auf mich zu, von der ich erfuhr, sie sei die Frau des anderen Pastors, sie wollte lieber diskutieren, weil ja diese Lieder für einen Konfirmationsgottesdienst völlig ungeeignet wären, und drückte mir eine Mappe mit anderen Noten in die Hand.

Was bilden sich diese Leute eigentlich ein? Was hab ich mit deren internen Gemeindestreitigkeiten zu tun? Was hab ich überhaupt mit deren Kirche zu tun? Ich bin nicht mal evangelisch. Ich bin ein atheistischer Katholik. Das einzige, was mich zur Zeit davon abhält, aus der Kirche auszutreten, sind die 30 Euro Austrittsgebühr, die die tolle CDU-Regierung klammheimlich eingeführt hat, und über welche ich von der Opposition nicht informiert wurde (obwohl ich damals regelmäßig deren Blog gelesen hatte).

Die Chorprobe war dann aber doch noch ganz nett, die Mehrstimmigkeit klappte ganz gut, nächste Woche kommt die nächste.

Weiterhin frage ich mich immer noch, wie die Firma heißt, die die “Warum?”-Schilder verkauft, die nach Attentaten überall zu sehen sind, und alle gleich aussehen, und wie der Typ mit der Weichspülerstimme heißt, der alle Kinderlieder und Titelmelodien von Kinderserien singt. Das ist irgendwie auch immer der selbe.

Irgendwie beunruhigend….

Startschuss für den Wahlkampf

März 11, 2009 by boozejuice

Wieder einmal ist es das Jahr der Bundestagswahl, wieder einmal gibt ein Amokläufer den Startschuss. Offenbar hat man nach der gescheiterten Diktatur durch Helmut Kohl ein neues Kampfmittel gefunden, das in regelmäßigen Abständen abgewrackte Themen, von denen keine Prämie mehr zu holen ist, immer wieder neu aufwärmen kann. Nun kann man wieder über mehr Überwachung, die Gefährlichkeit von Computern und Spielen sprechen, Angst schüren, gefährliches Halbwissen als Expertenmeinung verkaufen.
2002 wie heute wurden 16 Menschen Opfer der Aktion, der Startschuss für 2006 wurde durch eine List von G. Schröder vereitelt. Nach langen Verhandlungen mit den Vertragspartnern wurde die traditionelle Veranstaltung ohne Todesopfer 2006 in Emsdetten doch noch ausgetragen.
Die Bewerbungen für den nächsten Austragungsort, vorraussichtlich 2013, werden weiterhin angenommen.

(Sie lasen einen Beitrag der Redaktion Satirealarm)

SOS-Diät

März 2, 2009 by boozejuice

Es wird mal wieder Zeit. Es wird immer Zeit, wenn 80% der Hosen nicht mehr passen, was etwa alle 5 Jahre vorkommt. Beim letzten mal zeigte meine persönliche SOS-Diät Wirkung, bei welcher ich in 3 Monaten 25 kg abgenommen habe. Nun wird es wieder Zeit – die Hose ist in der Wäsche, und die zweite ist nicht schwarz. Drum hab ich mich mal wieder dazu entschlossen.

Es ist wirklich einfach, denn es gibt nur zwei Regeln:

1. es gibt nur einmal am Tag was zu essen (bei mir ist nachmittags gut)

2. es gibt immer Salat oder Suppe (SOS)

In den ersten 10 Tagen kann man so bis zu 7 kg verlieren, danach geht es wesentlich langsamer. Wenn man nach 3 Monaten aufhört, hat die Figur eine Haltbarkeit von ein paar Monaten bis Jahren. Gut ist, wenn man dadurch zum Vegetarier wird, oder bereits ist. Käse weglassen ist auch nicht schlecht. Klingt hart, aber nach ein paar Tagen hat man eigentlich keinen Hunger mehr, zumindest nicht auf große, fettige Portionen.Wer sonst gesund ist, braucht Mangelerscheinungen nicht zu fürchten. Wir leben in einem reichen Land, in dem es weit über Bedarf zu Essen in aller Vielfalt gibt.

Wer’s nachmachen will, dem wünsch ich viel Erfolg. Ich übernehme allerdings keine Garantie und rate allen Skeptikern, medizinisches Fachpersonal zu Rate zu ziehen.