Herzlichen Glückwunsch!
Sie haben beim weltweiten Wettbewerb, den schlechtesten Drucker anzubieten, knapp aber erfolgreich den 2. Platz erreicht.
Sicher Sie fragen sich, wie Sie zu der Ehre dieses renomierten Negativpreises kommen. Hier die begründung der Jury:
1. Originaltinte von Epson für den Stylus D92 kostet im Epson Onlineshop 1620 Euro pro Liter für die Schwarztinte, 2180 Euro für die Farbige. Nur so zum Vergleich: Das übersteigt den aktuellen Preis für Feinsilber um das 3-5-fache.
2. Alle 20 bis 30 Seiten muss irgend eine der vier Tintenpatronen gewechselt werden. Ob die entsprechende Tinte wirklich leer ist, lässt sich nicht überprüfen, da das Gerät einfach aufhört zu drucken. Ist dies der Fall, muss man die dazugehörige Epson-Software starten, und sich durch die animierte Tintenpatronenwechselanleitung klicken, damit der Druckkopf samt Patronen in die dafür vorgesehene Position fährt.
3. Die Epson-Software funktioniert nur unter Windows. Wer auf seinem Computer ein anderes Betriebssystem installiert hat, muss sich einen zweiten Rechner daneben stellen, der nur eingeschaltet werden muss, wenn mal wieder eine der großzügig befüllten Epson-Patronen leer ist. Dabei sei angemerkt, dass die schwarze Patrone 7,4 ml, die farbigen je 5,5 ml beinhalten.
4. Die Epson-Software funktioniert auch nicht unter Windows: installiert man das komplette Software-Paket, wie es in der Installation empfohlen wird, muss man einige der Programme wieder entfernen, da man sonst den Computer nicht mehr bedienen kann. Bei jedem Druckvorgang erscheint dann die Tintenstandsanzeige, und lässt sich nicht mehr wegdrücken. Auch nicht, wenn der Druckvorgang lange beendet ist. Schlimmer noch, das Tintenstandsfenster drängt sich hartnäckig in den Vordergrund, sodass man nicht einmal über das Startmenü den Rechner herunterfahren kann. Man kann dank der Epson-Software den Computer nur noch mit Gewalt ausschalten.
5. Wenn die Epson-Patrone unter Zuhilfenahme des extra dafür bereitgestellten Rechners dann gewechselt ist, wird die gewechselte Farbe erstmal für 1 bis 2 Tagen gar nicht gedruckt, dann streifig, und irgendwann weniger streifig. Der einzige Ausweg ist, sämtliche Wartungsoperationen (Druckkopfreinigung, Düsenausrichtung) ein-, oder mehrfach auszuführen, was zu einer Reduzierung der Tinte in allen Patronen um 10 bis 15% führt. Der Wechselvorgang dauert durch die Umstände, die einem die Epson-Software und die Wartungsarbeiten bereiten, mindestens eine halbe Stunde, wenn es gut läuft, und man nicht noch eine Zweite Patrone wechseln muss.
6. Nach dem Wechsel einer Patrone und den ganzen Nacharbeiten ist das Ergebnis immer noch schlecht, aber wenigstens erkennbar. Der einzige fehlerfreie Druck gelingt mit reinem schwarzem Text, dafür jedoch benötigt man keinen Tintenstrahldrucker.
Fazit: Der Epson Stylus D92 ist ein durch und durch kundenfeindliches Produkt. Teuer im Unterhalt, unzuverlässig, von schlechter Qualität, schadhaft auch über die Grenzen seines Daseins hinaus und für seinen Bestimmungszweck gänzlich ungeeignet. Stellen Sie sich bitte vor, der Epson Stylus D92 wäre ein Auto. Es kostet mit 15.000 Euro ungefähr so viel wie eine Tankfüllung, weil er speziellen Sprit für 300 €/L benötigt. Stellen Sie sich weiterhin vor, Sie fahren mit diesem Auto irgendwo hin, aber jedes mal, wenn Sie angekommen sind, lässt sich die Tür nicht mehr öffnen. Sie müssen die Tür jedes mal aufbrechen oder vom Schlüsseldienst öffnen lassen. Und jedes mal, wenn Sie tanken, muss ein Mechaniker zur Inspektion kommen, weil der Wagen sonst eine Woche lang nicht fährt. Darüber hinaus müssten Sie für das Auto auch noch einen Chauffeur einstellen. Wären Sie gerne Kunde bei einem Hersteller, der Ihnen ein solches Auto verkauft hat? Nein?
Ich auch nicht.
Sie glauben, Sie haben den ersten Preis verdient? Nun ja, einen schlechteren Drucker als den Epson Stylus D92 kenne ich persönlich auch nicht, aber ich glaube fest daran, dass es ein noch mieseres Produkt gibt als dieses. Vielleicht ja auch von Epson….
Mit freundlichen Grüßen,
Peter